Mexiko

Mexikos Ex-Präsident Portillo: "Endlich auf LaRouche hören!"

Der ehemalige mexikanische Präsident Lopez Portillo sprach in Mexiko-Stadt zusammen mit der Vorsitzenden des internationalen Schiller-Instituts Helga Zepp-LaRouche auf einer Veranstaltung der Mexikanischen Gesellschaft für Geographie und Statistik.

José López Portillo und Helga Zepp-LaRouche.
"In den kommenden Wochen und Monaten werden wir eine neue, noch verheerendere Phase in der Desintegration des Weltfinanzsystems erleben", erklärte die internationale Präsidentin des Schiller-Instituts Helga Zepp-LaRouche am 1. Dezember 1998 in einer Rede vor der Mexikanischen Gesellschaft für Geographie und Statistik (SMGE) in Mexiko-Stadt. Diese Krise sei in der Geschichte beispiellos; sie werde weit schlimmer als die Wirtschaftskrise der 30er Jahre ausfallen, und sie werde die heutige Zivilisation zerstören, wenn die Nationen der Welt nicht bereit seien, die Politik der Globalisierung und des Freihandels umgehend aufzugeben. Allerdings gebe es auch Hoffnung für die Menschheit in Form der neuen strategischen Allianz um den Bau der Eurasischen Landbrücke, auch bekannt als "neue Seidenstraße", die der chinesische Präsident Jiang Zemin und der russische Ministerpräsident Jewgenij Primakow schmieden und der sich nun auch andere Nationen anschließen.

Helga Zepp-LaRouche hatte Ende Oktober China auf Einladung der Regierung besucht, um an einer internationalen Konferenz über die Eurasische Landbrücke teilzunehmen - ein Konzept, das ihr Ehemann, der amerikanische Wirtschaftswissenschaftler Lyndon LaRouche vorgeschlagen hatte. Zepp-LaRouche erklärte, eines der hauptsächlichsten Ziele ihres Ehemannes sei es, US-Präsident Bill Clinton davon zu überzeugen, daß er sich dieser neuen strategischen Kombination anschließen müsse.

"Die Welt muß jetzt auf die weisen Ratschläge Lyndon LaRouches hören", sagte seinerseits der ehemalige mexikanische Staatspräsident José Lopez Portillo. Lopez Portillo, selbst Mitglied der Geographischen Gesellschaft, war als Ehrengast geladen, um Zepp-LaRouches Rede zu kommentieren. "Wie wichtig ist es, daß Sie uns darüber aufklären, was in der Welt geschieht, was geschehen wird, und was sich korrigieren läßt. Wie wichtig, daß jemand seine Zeit, seinen Großmut und seinen Enthusiasmus diesem Bestreben widmet", betonte der frühere Präsident.

Über die Erfahrungen seiner Amtszeit (1976-82) sagte Lopez Portillo: "Alle Rezepte, die uns die internationalen Institutionen gaben, zielten darauf ab, die Nachfrage zu unterdrücken; statt die Produktion zu fördern, sollte die Nachfrage unterdrückt werden: den Arbeitnehmern und Landwirten sollte weniger gezahlt und Arbeitsplätze abgebaut werden. Dabei bedeutet in seinem Land regieren: Arbeitsplätze schaffen. Es wäre beispielsweise notwendig gewesen, regionale Gerechtigkeit zu schaffen, weil hier auch eine Ungleichheit innerhalb Mexikos bestand. Die verschiedenen Regionen, die entwickelt werden müssen, brauchen z.B. Subventionen und Begünstigungen, um das tun zu können." Indem sie dies verhinderten, fuhr Portillo fort, "ließ uns die Sturköpfigkeit der internationalen Einrichtungen keine Optionen mehr, folglich saßen wir in der Falle. Wir waren gegenüber den internationalen Institutionen nicht ,folgsam', und sie bestraften uns. Sie warfen uns Populismus und ähnliches vor. Andere Regierungen waren ,brav', doch das Resultat war das gleiche. Das ist das Dramatische der Lage: Wir rollen den Stein den Hügel hinauf, und wenn wir oben sind, fällt er auf uns zurück."

Der frühere Präsident verteidigte nachdrücklich die protektionistische Tradition in Mexiko als den einzigen Weg, soziale Gerechtigkeit - das Kernziel der Mexikanischen Revolution von 1910 - zu erlangen; diese Tradition sei aufgrund der Macht der sie ablehnenden internationalen Institutionen geschwächt worden. "Daher ist es so wichtig, daß jemand in der Welt an alle denkt und Türen öffnet... Hoffen wir, liebe Helga, daß Ihr Ehemann die Regierung der Vereinigten Staaten beeinflussen kann, so daß die Vorschläge, die Sie uns so brillant vorgestellt haben, auf die oder andere Weise verwirklicht werden können, und daß damit die Völker ihre Einzigartigkeit in der Kultur und in allen anderen Bereichen zum Ausdruck bringen können."

Helga Zepp-LaRouche gab einen Überblick über die chinesische Diplomatie im Zusammenhang mit der Verwirklichung der Eurasischen Landbrücke mit Rußland, Japan, Indien, Malaysia und anderen Nationen, und sie erläuterte die Dimension dieses Projektes und seine Wirkung auf die weltweite wirtschaftliche Entwicklung als Prototyp von Vereinbarungen für ein Neues Bretton Woods, welches das IWF-System ersetzen müsse. Lyndon LaRouches Strategie bestehe darin, dafür zu kämpfen, daß Präsident Clinton von einer gemeinsamen Mobilisierung mit diesem Block von Nationen überzeugt wird, was die "Flamme des Optimismus" entzünden würde. Die Welt stehe ebenso nahe an einem neuen "finsteren Zeitalter" - wenn die jetzige Politik des IWF und der G-7 weiter fortgesetzt wird - wie an einer neuen Renaissance.

Sie erläuterte mit Hilfe von Landkarten LaRouches Konzept der Eurasischen Landbrücke und zeigte auch eine Karte Südamerikas, auf der die vorgeschlagene Integration des ganzen Kontinents durch Infrastrukturentwicklung dargestellt ist. Und sie präsentierte LaRouches bekannte Typische Kollapsfunktion, die zeigt, wie und warum das Weltfinanzsystem zerfällt. Zepp-LaRouche betonte, daß Nationen, die keine protektionistischen Maßnahmen wie Devisen- und Kapitalkontrollen ergreifen sowie die Gründung einer Nationalbank zur Förderung ihrer Entwicklung in Angriff nehmen, in der globalen Krise zerstört würden.

Zu Beginn ihrer Rede hatte Zepp-LaRouche ihre Freude darüber ausgedrückt, daß am Eingang zum Gebäude der Geographischen Gesellschaft im Herzen des historischen Kerns von Mexiko-Stadt eine Büste Alexander von Humboldts steht, der Mitglied der 1833 gegründeten Gesellschaft war. "Ich weiß, daß er sehr froh über das wäre, was heute in der Welt geschieht, weil die dramatischen Veränderungen, die wir vor uns sehen, ein positives Zeichen für die Menschheit sind", sagte sie. In diesem Sinne sehe sie sich bei ihrem Besuch in Mexiko "in Humboldts Fußstapfen".

Zu den Persönlichkeiten, die ihrem Vortrag bei der Mexikanischen Gesellschaft für Geographie und Statistik beiwohnten, gehörten der Präsident der Wirtschafts-Akademie der SMGE Julio Zamora Batiz, der Präsident ihrer Akademie für Architektur und Regionalentwicklung Guillermo Rosell de la Lama sowie die Präsidenten von vier weiteren der zwölf Akademien der Gesellschaft.

Helga Zepp-LaRouche hält sich seit Ende November in Mexiko auf, und ihr Besuch fand ein breites Echo in Mexikos Presse, Radio und Fernsehen. Drei führende großen Tageszeitungen Excelsior, Universal und El Sol de Mexico sowie weitere kleinere Blätter berichteten ausführlich über verschiedene Aspekte der Konferenz. Alle drei Zeitungen brachten dazu Bilder, auf denen Lopez Portillo zusammen mit Helga Zepp LaRouche zu sehen ist.